Am Donnerstag, dem 20. Juli holte ein schicker Reisebus der Firma Wahl 40  Wanderer an den üblichen Haltestellen zu einer Tagestour in den Westerwald ab. Vergleichsweise zügig konnte Limburg passiert werden. Später zwang eine Vollsperrung der Bundesstraße zu einer Umleitung, die für uns aber keine Verzögerung einbrachte, da sie den Verkehr durch Seck leitete; nur bei der Wanderung beeinträchtigten die vielen Fahrzeuge auf der sonst ruhigen Nebenstraße die Überquerung der Fahrbahn. Kurz nach halb elf Uhr erreichten wir den Parkplatz bei den Secker Weihern. Hier wurden die im Bus ausgefüllten Essenswünsche abgegeben, die sanitären Einrichtungen aufgesucht und ein erstes Gruppenfoto aufgenommen. Die Wanderer starteten gemeinsam bis zum Ende des Camping-Geländes, um sich danach für eine Wanderung von knapp 9 km Länge mit Hildegard Bernstein oder einen etwa 16 km langen Rundweg mit Horst Bernstein zu entscheiden. Der größere Rundweg folgte einem Vorschlag aus einem Wandermagazin.

 

26 Wanderer wollten den längeren Rundweg ablaufen und marschierten auf dem Westerwaldsteig zum Naturschutzgebiet Holzbachschlucht.  Bereits beim Erreichen der Klamm zeigte es sich, dass die Möglichkeiten und Vorstellungen der Teilnehmer arg differierten; während einige Läufer die Tour mehr sportlich sahen, wünschten andere eine beschaulichere Gangart. Dennoch haben wohl alle den urwaldartigen Charakter dieses Gebietes wahrgenommen und der Holzbach rauschte durch frisches Wasser aus einem Gewittertief aufgefüllt besonders laut. In der Klamm wurde eine erste Rast eingelegt. Als die Gruppe auf der gegenüberliegenden Seite des Hinweges die Schlucht verließ, riefen aus der Tiefe bekannte Stimmen.

 

Die 14 Wanderer der kürzeren Tour waren in der Zwischenzeit am Klosterweiher vorbei zu den teilweise noch 9 m hoch aufragenden Mauern der Ruine des  Klosters Seligenstatt gelaufen. Auf ihrem weiteren Weg über den Kirchplatz von Seck hatten sie das Glück, dass die Küsterin ihnen nicht nur die Kirchentüre öffnete, sondern auch einen Einblick in die Geschichte des Gotteshauses vermittelte. Vom Ort Seck lief die Gruppe zur Klamm, wo es ein kurzes Hallo gab. Auch diese Gruppe legte bei dem Steg zur Überquerung des Rauschebaches einen Stopp ein. Zur eigentlichen Rast waren diese Läufer im Hof-Café  angemeldet. Das Tortenangebot war so verlockend, dass es großer Disziplin bedurfte sich nicht wenigstens eine Kostprobe zu bestellen. Vom Hof Dapprich erreichten die Wanderer auf dem Westerwaldsteig die Secker Weiher. Dort schaute man sich kurz um, bis die Gaststätte ihre Pforte öffnete.

 

Begleiten  wir nun weiter die größere Gruppe. Die Teilnehmer konnten das Hof-Café nur von außen sehen und auch die Kirche in Seck blieb ihnen verschlossen. Auf einem relativ ebenen Weg erreichte man den Ortsrand von Rennerod. Eine schwarze Wolke sorgte für einen Halt. Jacken wurden wieder angezogen und der Regenschutz in Stellung gebracht. Ein paar dicke Tropfen und der Spuk war vorbei. Bei dem anschließenden Anstieg zum Westerwaldsteig schien wieder die Sonne und brachte manchen Teilnehmer zum Schwitzen. Auf Pfaden und Waldwegen begann man frohen Mutes den Rückweg. An einer Kreuzung mit dem Hinweis 4 km -> Secker Weiher nutzte man herumliegende Baumstämme zu einer letzten Rast. Gestärkt erreichte die Gruppe wenig später die Basaltkuppe des Seitenstein (597m).  Viele Äste hatte der gestrige Sturm auf die Wege geschleudert, zuweilen ganze Baumkronen. Der so entstandene Hindernislauf wurde aber von den Wanderern gut gemeistert, indem man sich gegenseitig half. So erreichten alle wohlbehalten die Weiher und den Gasthof.

 

Bei der Schlussrast im Weiherhof konnten rasch der Flüssigkeitsstand sowie die Energiereserven aufgefüllt werden. Die bestellten Speisen wurden zügig aufgetischt und mit der Qualität war man auch zufrieden.  

 

Um 19 Uhr stand der Bus zur Heimfahrt bereit. Bei Sonnenschein ging ein Wandertag zu Ende. Ab Michelbach leerte sich der Bus. In den Ortsteilen winkten die Ausgestiegenen den Weiterfahrenden noch einmal zu, sodass der Wanderführer am Schluss auch zufrieden aussteigen konnte.